1. August-Ansprache der Gemeinderatspräsidentin Monika Greter Empfehlung

 

Monika Greter, Gemeinderatspräsidentin, CVP

 

"Liebe Bewohner und Bewohnerinnen von Wädenswil, Liebe Gäste

Wenn wir den Geburtstag eines Familienmitglieds, eines Freundes oder Freundin feiern, erinnern wir uns an die gemeinsame Zeit. Wir schauen auf das bisherige Leben zurück und werden uns bewusst in welcher Beziehung wir zum Feiernden stehen.

Auch wir dürfen heute feiern. Wir dürfen uns freuen, dass wir in diesem wunderschönen Land leben dürfen.

Wir haben meist ein gesundes Vertrauen in den Staat. Natürlich gehören auch Misstrauen und Ärger dazu. – „die in Bern machen sowieso was sie wollen.“ Der Spruch vieler Stammtisch-Teilnehmer ist ein Klassiker. Es wird viel genörgelt aber im Grundsatz ist man zufrieden, mit dem was man hat.

Am heutigen Nationalfeiertag erinnern wir uns an die Gründung eines Bündnisses. Nach der Legende trafen sich auf dem Rütli vor 725 Jahren 3 Männer aus den Urkantonen URI, Schwyz und Unterwalden und schwörten, sich zusammen gegen die Habsburger zur Wehr zu setzen. Sie beschlossen ein Landfriedenbündnis. In den folgenden Jahren kamen immer mehr Kantone dazu, bis zur Gründung des Bundestaates 1848.

Unsere gegenwärtige Staatsform baut heute noch auf diesem Zusammenschluss auf. Wir können stolz auf unseren Staat mit der direkten Demokratie sein.

 

Ich darf hier frei meine Meinung sagen und muss nicht befürchten verhaftet zu werden.

Wir dürfen uns aber nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Wir müssen uns weiter entwickeln. Die Welt hat sich seit 1848 stark verändert. Wie bei keiner früheren Generation, pflegen wir wirtschaftliche Beziehungen mit der ganzen Welt. Durch die neuen Medien werden wir sofort informiert, was in andern Ländern geschieht.  

Zum nationalen Zusammenschluss sind im Laufe der Zeit immer mehr internationale Vereinbarungen und Verträge dazu gekommen und es kommen laufend neue dazu.

In den letzten Monaten wurden Stimmen laut, die gewisse europäische Vereinbarungen oder Verträge künden wollen.

Wir sind als Land, mitten in Europa, abhängig von unseren Nachbarn. Was in der EU geschieht, hat Einfluss auf unser Land. Wir müssen uns überlegen, wie wir dem aussenpolitisch begegnen wollen.

Ich finde es völlig falsch, sich Abzuschotten und zu hoffen, dass der Sturm, der um uns tobt, uns, und nur uns verschonen möge. Viel wichtiger scheint mir, dass wir zusammen mit unseren europäischen Nachbarn Lösungen suchen. Denn die globalen Herausforderungen, von Terrorbekämpfung, Migration, Flüchtlingsproblemen und Ressourcenverteilungen – lassen sich nur angehen, wenn wir in Europa zusammen Lösungen suchen und sie auch umsetzen.

Dazu muss die Schweiz nicht in der EU sein. Wir brauchen aber verbindliche Vereinbarungen.

Auch bei der Gründung von unserem Bundesstaat wurde um die Bundesverfassung gerungen. Ohne Kompromisse und Solidarität wäre die Schweiz in der heutigen Staatsform und Struktur nie entstanden.

Liebe Festbesucher und Festbesucherinnen

Nicht nur auf der europäischen Bühne wird um Verträge gerungen, sondern auch wir Wädenswiler und Wädenswilerinnen werden im nächsten Jahr über die Fusion mit Hütten und Schönenberg abstimmen.

Der Stadtrat von Wädenswil hat alle Auflagen, die der Gemeinderat für die Vertragsverhandlungen festgelegt hat – so wie es aussieht - erreicht. Selbst die Auflage, dass es wegen der Fusion zu keiner Steuererhöhung kommen darf. Der GR wird den Vertrag im Herbst noch genau unter die Lupe nehmen.

Soviel kann vorweggenommen werden: Für die Wädenswiler Bevölkerung wird sich nicht viel ändern, ob mit Fusion oder ohne. Eine Fusion mit den beiden Gemeinden Hütten und Schönenberg wäre ein solidarischer Vernunfts-Entscheid.

Für Schönenberg und Hütten sieht es da schon ganz anders aus. Wenn es zur Fusion kommen sollte – alle drei Gemeinden müssen der Fusion zustimmen- müssen Hütten und Schönenberg einige Kompromisse eingehen. Die Fusion wird für diese beiden Gemeinden zu Veränderungen führen. Die Gemeindeverwaltung wird in Wädenswil sein, die Schule und das Altersheim wird von Wädenswil aus geleitet – um nur einige Beispiele zu nennen.

Aber auch wenn die Fusion abgelehnt wird, müssen sich Hütten und Schönenberg mit Veränderungen auseinandersetzen. Sie können sich den Alleingang langfristig nicht leisten.

Bei jedem Zusammenschluss, sei es lokal aber auch global gibt es Vor- und Nachteile.

Wichtig scheint mir, dass wir offen und solidarisch nach gemeinsamen Lösungen suchen und nicht nur Rosinen picken.

Ich wünsche uns allen einen gemütlichen Abend und eine schöne 1. Augustfeier."